Kokon der Ruhe

Manchmal ist es gut, eine große Karosse zu fahren – einfach nur, um seine Ruhe zu haben. Wenn man in einer beknackten Großstadt wohnt, muss man natürlich erstmal unendlich fahren, um einigermaßen Genuss zu verspüren (ein Grund mehr, nicht in einer Großstadt zu wohnen).

Aber auf dem Land, in irgendeiner Provinzkleinstadt, da braucht man fünf Minuten und schon kann man geruhsam, abgeschlossen von der Außenwelt, über Landstraßen rollen, vorbei an Feldern und Wäldern. Keiner spricht einen an, keiner kann einen festhalten, man hat einfach seine Ruhe und ist dennoch in Bewegung.

Und dann macht es wirklich auch mal Sinn, eine richtig fette Karre zu bewegen, sowas wie einen alten W140 von Mercedes, 12 Zylinder, Doppelverglasung, Automatik.

Man muss einfach mitunter den ewig gleichen Abläufen entfliehen. Also – steigen Sie in Ihren Schlitten und fahren Sie in irgendeine Himmelsrichtung. Am besten in Richtung Sonne. Und fahren Sie mindestens 50 Kilometer, halten Sie zwischendurch irgendwo an, steigen Sie aus, zünden Sie sich eine Zigarette an und sinnen Sie ihren geistigen Betrachtungen nach.

Leben Sie in Mexico City, Shanghai, Peking, New York oder in einer vergleichbaren Stadt, dann sind Sie natürlich irgendwie ‚am Arsch‘. Aber natürlich nicht nur, weil Sie mit Ihrer Karre dort einfach nicht gut weg kommen.

Ich bedauere alle Menschen, die in Großstädten hausen müssen. Letzter Ausweg in der Großstadt ist vermutlich ein VW-Bus mit Matratze hintendrin. Den kann man mit sich irgendwie im Getümmel der Stadt abstellen und es sich gemütlich machen. Das ist zwar nicht so angenehm, wie außerhalb einer Großstadt, aber besser als nix.

Gönnen Sie sich was!