Zeit

Was macht den Genuss des Autofahrens aus? Sicherlich zunächst das Ausblenden der Tatsache, dass es sich dabei um eine höchst umweltfeindliche Unternehmung handelt. Schadstoffausstoße während der Fahrt, die Schadstoffe, die während des Herstellungsprozesses eines PKW entstehen, die vielen totgefahrenen Igel, Rehe, Katzen, Hasen, Marder usw.

Denke ich an diese Schattenseiten des Autofahrens, dann vergeht mir die Lust schon ein wenig. Würden alle Menschen auf der Welt soviel Auto fahren wie ich, wäre die Ökologie vermutlich schon am Ende.

Man sollte dies alles nicht ausblenden, denn es gehört zum Autofahren dazu. Ansonsten wäre das wie ungeschützter Geschlechtsverkehr mit jemandem, der einen Tripper oder Ähnliches  hat…

Ich denke, ein sparsames Auto ist die einzige Möglichkeit, um die negativen Gedanken in Verbindung mit dem Autofahren auf ein Minimum zu reduzieren.

Nun zum wichtigsten Element bezüglich einer genussvollen Autofahrt – die Zeit!

Wenn ich von A nach B hetze, dann ist das mit dem Genuss am Fahren sofort vorbei. Das beginnt schon mit dem Anlassen des Motors.

Ich will nicht schnell irgendwohin müssen. Das überlasse ich der Feuerwehr, den Krankentransporten und der Polizei. Um das Autofahren maximal zu genießen darf einfach kein Termin am Horizont zu sehen sein. Auch die Fahrt zur Arbeit versuche ich mir so einzurichten, dass ich gemütlich hinter einem LKW herrollen kann, der vielleicht nur 60 Km/h fährt. Ohne mich aufzuregen!

Ein geringes Verkehrsaufkommen ist ein weiterer Zustand, der das Autofahren zum puren Genuss werden lassen kann. Eine halbwegs gut ausgebaute Straße rundet das Bild ab.

Früher glaubte ich an große, schwere und schnelle Wagen – aber meine Einstellung hat sich da völlig geändert. Ich könnte einen großen und schweren Wagen fahren – aber aus welchen Gründen?

Mein Minderwertigkeitskomplex hält sich in Grenzen. Meine technischen Kenntnisse bezüglich der Kfz-Reparatur ebenso, was den Einsatz von simpler Technik ratsam macht. Rennen fahre ich keine, auf der Autobahn bin ich auch nur selten unterwegs. Meine Mitfahrer sind nahezu ausschließlich meine Hunde. Große Gegenstände muss ich nicht transportieren – also, was soll ich mit einem anderen Auto, als meinem Mitsubishi Space Star, Baujahr 2014?

Nehmen Sie sich Zeit, denken Sie mal darüber nach, warum Sie gerade das Auto fahren, das bei Ihnen in der Auffahrt steht. Ich denke solche Überlegungen machen Sinn, schon deshalb, um sich selbst besser zu erkennen.

Viel Freude und Zeit wünscht Ihnen Ihr geneigter Jörg Baumann